Roque Palmés auf Gran Canaria

Spektakulärer Felszahn in der Caldera de Tejeda

Der Roque Palmés auf Gran Canaria ist eine der eindrucksvollsten, aber zugleich am wenigsten bekannten Felsformationen im Inselzentrum. Wie ein gewaltiger steinerner Zahn erhebt sich der Monolith zwischen dem Barranco del Toscón und dem Barranco del Roque. Besonders dramatisch wirkt die tiefe, steile Schlucht an seiner Westseite, deren trockene Hänge und scharf gezeichnete Felsrippen beinahe an eine Wüstenlandschaft erinnern. Der auch als Risco Palmés bekannte Felsen erreicht eine Höhe von etwa 1.100 Metern über dem Meeresspiegel. Am besten lässt sich seine ungewöhnliche Form vom Mirador Roque Palmés beziehungsweise Mirador El Toscón betrachten, der direkt gegenüberliegt und ohne längere Wanderung erreichbar ist.

Felsmonolith zwischen zwei wilden Barrancos

Geologie und Aussicht abseits bekannter Routen

Obwohl er landschaftlich durchaus mit Roque Nublo oder Roque Bentayga mithalten kann, verirren sich nur wenige Besucher in diese abgelegene Ecke von Tejeda. Der Fels steht weitgehend freigelegt zwischen dem Barranco del Toscón und dem Barranco del Roque innerhalb der großen Caldera de Tejeda. Über Millionen Jahre trugen Wind, Regen und abfließendes Wasser das weichere Material rundherum ab, während der widerstandsfähigere Gesteinskörper als markanter Monolith erhalten blieb.

Der Roque Palmés erreicht rund 1.100 Meter über dem Meer und liegt zwischen den kleinen Weilern El Toscón und Taiguy. Vom Mirador El Toscón wirkt er wie ein steinerner Wächter über der Schlucht. Besonders beeindruckend ist der Blick hinunter in die karge, stark erodierte Landschaft. Die steilen Flanken, tiefen Barrancos und hellbraunen Felsflächen unterscheiden sich deutlich von den grüneren Gebieten im Norden Gran Canarias.

Die Bewohner der umliegenden Weiler nutzten die markante Silhouette früher sogar als eine Art Sonnenuhr. Anhand des Schattenwurfs des Felsens konnten sie den Stand der Sonne und damit ungefähr die Tageszeit ablesen.

Mein Tipp ist ein Besuch am späteren Nachmittag. Dann fällt das Licht seitlich in die Schlucht und arbeitet die Felsrippen, Abbruchkanten und verschiedenen Gesteinsschichten besonders plastisch heraus. Der beste Blick bietet sich vom Mirador Roque Palmés, der auch Mirador El Toscón genannt wird. Von dort steht man dem Felszahn praktisch direkt gegenüber und erkennt seine freistehende Form wesentlich besser als von der Straße unterhalb.