Mirador Llanos de la Mimbre
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Mirador Llanos de la Mimbre

Versteckter Aussichtspunkt im Naturpark Tamadaba

Der Mirador Llanos de la Mimbre ist einer der spektakulärsten und zugleich verstecktesten Aussichtspunkte auf Gran Canaria. Er liegt mitten im Pinar de Tamadaba, hoch über den steilen Felswänden südlich von Agaete. Mit dem Auto fährt man über die kurvenreiche Bergstraße bis zur gleichnamigen Campingzone Llanos de la Mimbre. Von dort führt ein kurzer, ungefähr 200 Meter langer Weg durch den Kiefernwald. Die Aussicht bleibt dabei fast vollständig verborgen. Erst am Ende öffnet sich unvermittelt ein gewaltiges Panorama nach Norden und Westen: tief unten der Barranco de Guayedra, dahinter Agaete und Puerto de las Nieves, die Steilküste des Risco Faneque und bei klarer Luft Teneriffa mit dem Teide am Horizont.

Aussicht über Guayedra und den Risco Faneque

kurzer Waldweg zum Rand der Steilwand

Der Mirador Llanos de la Mimbre gehört für mich noch immer zu den Orten, an denen die Insel wirklich überraschen kann. Vom Parkplatz an der Campingzone läuft man nur wenige Minuten durch den Tamadaba-Wald. Der Weg ist kurz, doch vom eigentlichen Panorama sieht man zunächst nichts. Dann steht man plötzlich auf einer hölzernen Aussichtsplattform unmittelbar über den Felsabbrüchen am oberen Ende des Barranco de Guayedra.

Der Blick reicht nach Norden über das Tal von Agaete bis nach Puerto de las Nieves und Gáldar. Nach Westen dominiert der mächtige Risco Faneque die Szenerie. Seine Felswände fallen mehr als 1.000 Meter in Richtung Küste ab und zählen zu den eindrucksvollsten Steilformationen Gran Canarias. Bei klarer Fernsicht erhebt sich hinter dem Atlantik Teneriffa mit dem Teide.

Der Mirador liegt im Parque Natural de Tamadaba, einem der bedeutendsten kanarischen Kiefernwälder der Insel. Das Gebiet befindet sich auf durchschnittlich etwa 1.200 Metern Höhe und bildet einen starken landschaftlichen Kontrast zur trockenen und felsigen Westküste unmittelbar unterhalb des Waldes.

Mein Geheimtipp ist ein Besuch am späten Nachmittag. Dann fällt das Licht von Westen über den Atlantik und modelliert die Schluchten und Felswände besonders plastisch. Allerdings können Nebel, Passatwolken und Wind die Sicht schnell verändern. Wer an der Küste in Agaete noch in der Sonne steht, kann oben im Wald bereits in kühlem Nebel ankommen. Eine Jacke und feste Schuhe gehören deshalb ins Auto.