Altstadt von Las Palmas: Rundgang durch Vegueta und Triana

Altstadt von Las Palmas: Rundgang durch Vegueta und Triana

Historische Gassen, Kolonialhaeuser, Kathedrale Santa Ana und die elegante Fussgaengerzone Calle Mayor de Triana

Vegueta und Triana sind der historische Kern von Las Palmas. Dieser Rundgang führt von der Plaza Santa Ana durch die alten Kolonialgassen, vorbei an Casa de Colon und Mercado de Vegueta, bis zur Calle Mayor de Triana und zum Parque San Telmo.

Altstadt von Las Palmas: Rundgang durch Vegueta und Triana

Vegueta und Triana: die Altstadt, nicht die ganze Stadt

Wer in Las Palmas „Altstadt“ sagt, meint meist zwei Viertel: Vegueta und Triana. Vegueta ist der älteste Teil der Stadt, gegründet 1478, mit Kathedrale, Kolonialhäusern, Museen und schmalen Gassen. Triana liegt gleich daneben, auf der anderen Seite des ehemaligen Guiniguada-Flussbetts, und wurde später zum eleganteren Handels- und Bürgerstadtviertel.

Das ist wichtig, weil Las Palmas viel mehr ist als Altstadt. Für den großen Überblick über Strand, Hafen, Ciudad Jardín, La Isleta und weitere Stadtteile gibt es die Stadtbesichtigung Las Palmas. Hier bleiben wir bewusst bei Vegueta und Triana. Das reicht für einen sehr ordentlichen halben Tag, mit Museum auch für mehr.

Der beste Startpunkt: Plaza Santa Ana

Ich beginne eine Altstadtbesichtigung am liebsten an der Plaza Santa Ana. Nicht, weil es besonders originell wäre, sondern weil der Platz die Stadtgeschichte so unverblümt aufstellt, dass man kaum daran vorbeikommt: auf der einen Seite die Kathedrale Santa Ana, gegenüber die Casas Consistoriales, daneben Bischofspalast, Casa Regental und weitere repräsentative Gebäude.

Die Kathedrale ist der schwerste Stein im historischen Stadtbild. Der Bau begann Ende des 15. Jahrhunderts; ganz fertig wurde sie, wie bei Kathedralen üblich, nicht gerade in der Geschwindigkeit eines kanarischen Linienbusses bergab. Wer nur wenig Zeit hat, sollte mindestens den Platz und die Fassade ansehen. Wer den Überblick will, nimmt den Turm beziehungsweise den Aussichtspunkt der Kathedrale mit. Von oben versteht man die Lage von Vegueta, Triana und der Schlucht Guiniguada sehr viel besser.

Kleine Plätze statt nur große Fassaden

Von der Plaza Santa Ana lohnt der kurze Abstecher zur Plaza del Espíritu Santo. Der Platz ist klein, schattiger und leiser als Santa Ana. Sein überdachter Steinbrunnen und die schlichte Kapelle geben Vegueta eine andere Tonlage: weniger Postkartenmotiv, mehr Alltagsgeschichte.

Danach führt ein sinnvoller Rundgang zur Plaza del Pilar Nuevo und weiter zur Casa de Colón. Die Rückseite des Kolumbushauses mit ihrem schönen Portal wird oft zuerst fotografiert; der Eingang liegt auf der anderen Seite. Die Casa de Colón ist trotz des Namens nicht einfach „Kolumbus war hier und schlief schlecht“. Das Gebäude erklärt die Rolle der Kanaren zwischen Europa, Afrika und Amerika sehr anschaulich. Für Besucher, die nur ein Museum in Vegueta schaffen, ist es meist die beste Wahl.

Calle de los Balcones, CAAM und Mercado de Vegueta

Nach der Casa de Colón sollte man nicht sofort zur nächsten Pflichtstation marschieren. Vegueta funktioniert am besten langsam. In der Calle de los Balcones sieht man, warum kanarische Innenhöfe und Holzbalkone mehr sind als dekoratives Beiwerk. Wenn ein Tor offensteht, kurz hineinschauen; viele der alten Häuser zeigen ihre Schönheit eher nach innen als zur Straße.

In dieser Ecke liegt auch das CAAM, das Centro Atlántico de Arte Moderno. Es ist architektonisch interessant, weil historische Häuser und moderne Museumsnutzung ineinandergreifen. Danach bietet sich der Weg zum Mercado de Vegueta an. Der Markt ist kein steriles „Foodie-Erlebnis“, sondern immer noch ein richtiger Stadtmarkt. Vormittags ist er am lebendigsten; nachmittags wird es deutlich ruhiger.

Von Vegueta nach Triana

Zwischen Vegueta und Triana liegt heute Verkehr, früher lag dort der Guiniguada. Diese Grenze ist mehr als Stadtplanung: Vegueta wirkt kirchlicher, offizieller, musealer; Triana wirkt bürgerlicher, kommerzieller und im Alltag bis heute lebendiger.

Beim Übergang fällt zuerst das Theater Pérez Galdós ins Auge. Von dort ist es nicht weit zur Plaza de las Ranas und weiter zur Plaza Cairasco. Der Platz gehört zu den angenehmsten Pausenorten der Altstadt. Das Gabinete Literario ist ein Prachtexemplar des kanarischen Modernismo, und die Terrassen davor sind gut für einen Kaffee, auch wenn man dort nicht erwarten sollte, allein mit der Stadtgeschichte zu sein.

Plaza Cairasco, Alameda de Colón und Calle Cano

Die Plaza Cairasco geht fast nahtlos in die Alameda de Colón über. Hier merkt man, dass Triana nicht nur Einkaufsstraße ist, sondern auch eine alte Gesellschaftsbühne. Gabinete Literario, Hotel Madrid, CICCA und die Kirche San Francisco de Asís liegen so dicht beieinander, dass man in wenigen Minuten mehrere Jahrhunderte Stadtgeschichte streift.

Ein kleiner Umweg durch die Calle Cano lohnt sich. Dort steht das Geburtshaus von Benito Pérez Galdós, heute Museum. Auch wer mit spanischer Literatur wenig anfangen kann, bekommt hier einen guten Eindruck bürgerlicher Wohnkultur des 19. Jahrhunderts. Man muss nicht jedes Museum besuchen; aber man sollte wissen, warum die Häuser hier anders auftreten als in Vegueta.

Calle Mayor de Triana und San Telmo

Die Calle Mayor de Triana ist die lange Fußgängerachse des Viertels. Ja, es gibt dort die üblichen Modeketten. Wer nur auf Augenhöhe in Schaufenster schaut, verpasst das Beste. Der eigentliche Reiz liegt oft eine Etage höher: Fassaden, Balkone, alte Schriftzüge, Details des Modernismo.

Am nördlichen Ende erreicht man den Parque San Telmo. Der Platz ist ein guter Endpunkt, weil dort Busse, Taxis und die Verbindung zur modernen Stadt zusammenkommen. Die kleine Kapelle und der reich verzierte Kiosk zeigen außerdem, dass San Telmo mehr ist als ein Verkehrsknoten. Ein bisschen Geduld braucht man trotzdem; ringsum ist Stadtverkehr, und Las Palmas ist an dieser Stelle nicht immer leise.

Wie viel Zeit einplanen?

Für einen reinen Spaziergang durch Vegueta und Triana reichen etwa zwei Stunden. Mit Kathedralturm, Casa de Colón und einer Pause am Mercado oder an der Plaza Cairasco werden daraus leicht vier Stunden. Wer zusätzlich das Museo Canario, CAAM oder das Pérez-Galdós-Haus besuchen will, sollte einen halben bis ganzen Tag einplanen.

Mein Rat: nicht alles in einen Museums-Marathon pressen. Vegueta ist morgens am besten, Triana funktioniert auch am späteren Nachmittag gut. Im Sommer ist die Mittagszeit in den offenen Straßen deutlich weniger romantisch, als Reiseführertexte gerne behaupten.

Anreise/Anfahrt

Mit dem Bus

Aus dem Sueden Gran Canarias ist der Busbahnhof San Telmo der praktischste Einstieg. Von dort erreicht man Triana direkt zu Fuss und Vegueta in wenigen Minuten. Von Las Canteras oder Santa Catalina fahren Stadtbusse Richtung San Telmo oder Teatro/Perez Galdos; konkrete Linien bitte aktuell bei Guaguas Municipales prüfen, da Linienführungen sich ändern können.

Mit dem Fahrrad

Mit dem Fahrrad ist die Altstadt aus vielen Stadtteilen erreichbar, aber innerhalb von Vegueta fährt man besser langsam oder schiebt abschnittsweise in den reinen Fußgöngerzonen. Gassen, Pflaster, Fussgängerbereiche und Besuchergruppen machen sportliches Tempo unsinnig. Von Las Canteras aus ist die Strecke leicht machbar, am besten den Fahrradweg entlang des Hafens nutzen. Alternativ bietet die Rute über den Paseo de Chil bessere Aussicht, aber auch ein paar kleinere Steigungen.

Mit dem Motorroller

Ein Motorroller ist fuer Las Palmas oft praktischer als ein Auto, vor allem wegen Parkplatzsuche und Einbahnstrassen. In der unmittelbaren Altstadt sollte man aber nicht versuchen, bis vor jede Sehenswuerdigkeit zu fahren. Besser am Rand abstellen und den Rundgang zu Fuss machen. Informationen zur Miete z.B. bei der Bikestation Las Palmas.

Mit dem Auto

Mit dem Auto ist die Anfahrt moeglich, die Freude endet aber oft bei Einbahnstrassen, Verkehr und Parkhaeusern. Sinnvoll sind Parkhaeuser am Rand von Vegueta/Triana oder rund um San Telmo. Direkt in den historischen Kern hineinzufahren lohnt kaum. Wer aus dem Sueden kommt, sollte abwaegen, ob Bus bis San Telmo nicht entspannter ist.

Zu Fuss

Innerhalb der Altstadt ist zu Fuss die beste Wahl. Von San Telmo nach Vegueta, durch Triana und zurueck ist der Weg gut machbar. Von Las Canteras zu Fuss ist es dagegen ein laengerer Stadtmarsch und fuer die meisten Urlauber eher etwas fuer einen eigenen Spaziergangstag, nicht als "mal eben zur Altstadt".

Beste Route fuer den ersten Besuch

Eine einfache Route fuer Erstbesucher:

1. Plaza Santa Ana und Kathedrale Santa Ana
2. Plaza del Espiritu Santo
3. Plaza del Pilar Nuevo und Casa de Colon
4. Calle de los Balcones und CAAM
5. Mercado de Vegueta
6. Theater Perez Galdos
7. Plaza de las Ranas und Plaza Cairasco
8. Alameda de Colon und Calle Cano
9. Calle Mayor de Triana
10. Parque San Telmo

Die Route ist fast komplett zu Fuss machbar und weitgehend angenehm. Nur beim Uebergang zwischen Vegueta und Triana muss man die breite Verkehrsachse konzentriert nehmen; die Stadt schenkt einem dort keinen mittelalterlichen Bilderbuchmoment.